Kapitaler Motorschaden

SOH und Reichweite – So gesund ist Ihre Batterie wirklich

Status of Health - Was sagt der SOH wirklich aus

Gesunde Batterie steht nicht immer für optimale Reichweite

Bei der Beurteilung einer angemessenen und zu erwartenden Reichweite eines E-Autos ist der Status of Health (SOH) nicht unbedingt der ausschlaggebende Faktor.

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Udo Schmallenberg

Journalist

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Status of Health – das müssen Sie über den SOH wissen

Wer heute ein gebrauchtes Elektroauto kauft oder den Wert seines eigenen Stromers ermitteln will, blickt unweigerlich auf eine magische Kennzahl: den State of Health (SoH).
 
Dieser Prozentwert soll die verbleibende Restkapazität des Akkus im Vergleich zum Neuzustand beschreiben. Doch die Praxis zeigt: Der SoH ist eine trügerische Sicherheit. Er suggeriert eine exakte Planbarkeit der Reichweite, die im realen Alltag schlicht nicht existiert.
 

Das Märchen vom linearen Verschleiß

Die erste Enttäuschung wartet beim Blick auf die Degradationskurve. Viele Autofahrer gehen davon aus, dass eine Batterie gleichmäßig altert. In der Realität verlaufen die chemischen Prozesse in Lithium-Ionen-Zellen nicht-linear.
Nach einem oft spürbaren Kapazitätsverlust in den ersten Monaten stabilisiert sich der Akku über Jahre hinweg auf einem soliden Niveau. Das Problem: Auf diese lange Plateau-Phase folgt im fortgeschrittenen Alter ein oft rapider, unvorhersehbarer Leistungseinbruch. Ein SoH von scheinbar soliden 85 Prozent kann deshalb eine Batterie maskieren, die kurz vor diesem drastischen Abfall steht.
 

Der „SoH-Dschungel“: Ein Wert ohne Standard

Ein weiteres kritisches Problem ist die Ermittlung des Wertes selbst. Es gibt bis heute keinen gesetzlich standardisierten Industriestandard für die Berechnung des SoH.
  • Hersteller-Angaben: Die im Bordcomputer angezeigten Werte der Automobilhersteller sind oft “geschönt”. Sie nutzen interne Puffer (ungenutzte Kapazitäten im oberen und unteren Bereich), um den sichtbaren SoH künstlich über Jahre hinweg nahe der 100-Prozent-Marke zu halten.
  • Prüfverfahren im Vergleich: Unabhängige Batterietests nutzen unterschiedliche mathematische Modelle und Algorithmen. Wer denselben Akku von zwei verschiedenen Anbietern testen lässt, erhält nicht selten abweichende Ergebnisse.

PrüfmethodeFunktionsweiseAussagekraft
Hersteller-BMSInterne Schätzung des AutosOft ungenau / geschönt
Statische WerkstatttestsAuslesen via OBD-SchnittstelleNur eine Momentaufnahme
Dynamische BelastungstestsMessung während der Fahrt/LadungSehr hoch, aber aufwendig
 

Die Reichweiten-Falle: Wenn die Physik den SoH aushebelt

 
Der größte Denkfehler liegt jedoch in der Annahme, ein SoH von beispielsweise 90 Prozent bedeute im Alltag auch 90 Prozent der ursprünglichen Reichweite. Diese Rechnung geht im mitteleuropäischen Klima fast nie auf. Der SoH misst die Kapazität unter optimalen Laborbedingungen (meist bei 25 °C). Er ignoriert völlig, wie sich die Batterie unter realen Belastungen verhält.
 
Besonders im Winter kollabiert diese mathematische Sicherheit. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt steigt der chemische Innenwiderstand der Zellen massiv an. Die Ionen bewegen sich langsamer, und das Batteriemanagement muss erhebliche Energie aufwenden, um den Akku überhaupt auf Betriebstemperatur zu bringen.
 
Zusammen mit dem enormen Energiebedarf für die Innenraumheizung schrumpft die reale Reichweite im Winter um 30 bis 50 Prozent zusammen – völlig unabhängig davon, ob der SoH des Akkus laut Zertifikat bei perfekten 95 Prozent oder bei schwächelnden 80 Prozent liegt.
 
 

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    Fazit: Zertifikate sind gut, Fahrprofile sind besser

    Der State of Health ist als grober Richtwert für den Batterieverschleiß unverzichtbar, als Werkzeug zur Reichweitenprognose jedoch ungeeignet. Käufer und Besitzer sollten sich nicht von einem glatten Prozentwert blenden lassen. Viel entscheidender für die tatsächliche Alltagsreichweite und die Lebensdauer sind das historische Ladeverhalten (häufiges und schnelles Laden schadet der Zellchemie) sowie das thermische Management des Fahrzeugs im Sommer und Winter.

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    FAQ zum Thema Motorschaden

    Ein Motorschaden ist ein vergangenes, aktuelles und zukünftiges Schadensereignis, das einen Verbrennermotor oder die Antriebseinheit eines E-Autos außer Betrieb setzt oder die Nutzung zumindest teilweise erheblich behindert. Dabei unterscheiden wir zwischen Motorschäden innerhalb und außerhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung eines Autos und konzentrieren uns auf Schäden, die zwischen 0 und 160.000 Kilometern eintreten.

    Autos müssen wenigstens 160-.000 km Laufleistung erreichen. Dieser wert ist ergebnis eines Prozesses und als Grenzwert in ie juristische Bewertung relevant geworden. Über 160.000 km steigt die Gefahr eines wirtschaftlichen Totalschadens, da eine Reparatur nicht lohnt. Der Motorschaden wird dann nicht mehr voll umfänglich für die Schadensberechnung herangezogen, da auch weitere Bauteile aufgrund der vorherigen Nutzung nicht mehr lange halten sollten.

    Wir sind Journalisten (Recherche), Rechtsanwälte (Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen) und Gutachter (Beweissicherung, Feststellung von Schadensursachen). Sie sprechen uns an und wir klären, ob jemand für den eingetretenen Schaden verantwortlich gemacht werden kann.

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