OLG spricht T5-Besitzer DifferenzschadenDifferenzschaden Der Differenzschaden bezeichnet juristisch den Wert eines Schadens vor und nach dem schädigenden Ereignis. In Bezug auf den Abgasskandal definiert der Differenzschaden den Anspruch, den Fahrzeugeigentümer durch Maßnahmen wie z.B. der Verwendung eines Thermischen Fensters zur temperaturabhängigen Abschaltung der Abgasrückführung an den Hersteller haben. Der Differenzschaden ist taggenau innerhalb einer Frist von 10 Jahren nach Erwerb des Fahrzeugs einklagbar und wirtschaftlich sinnvoll für Fahrzeuge, die das Ende der theoretisch möglichen Laufleistung noch nicht erreicht haben. zu
Schadenersatz für Manipulationen im Abgasskandal
Der sogenannte Differenzschaden kann immer öfter durchgesetzt werden. Nun gelang Rechtsanwalt Frederik Gisevius ein Klageerfolg vor dem Oberlandesgericht.
Darum geht es in diesem Artikel:
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Udo Schmallenberg
Journalist
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Schadenersatz für VW T5 im Abgasskandal – Urteil des OLG Stuttgart
Ein Käufer eines VW T5 erhält im Abgasskandal Schadenersatz in Höhe von zehn Prozent des Kaufpreises – rund 4.200 Euro. Das hat das OLG Stuttgart mit Urteil vom 20. Mai 2026 (Az. 3 U 5/26) in einem von BRÜLLMANN Rechtsanwälte geführten Verfahren entschieden.
„Das Gericht ist unserer Auffassung gefolgt, dass in dem VW T5 eine unzulässige Abschalteinrichtung in Form eines Thermofensters bei der AbgasrückführungSchadstoffklasse 5, SSK5 Die Schadstoffklasse 5 ist ein Regelwerk zur Reduzierung von Emissionen in Kraftfahrzeugen. Die Einhaltung der Werte insbesonder für NOx ist für die Erteilung von Zulassungsgenehmigungen für Fahrzeuge mit Erstzulassungen von 2009 bis 2015 verbindlich. Die SSK 5 ist eng mit der Einführung von AGR Systemen in Verbrenner und Dieselmotoren verknüpft, denn viele Fahrzeuge waren zuvor mit bis dahin aktueller Filtertechnik nicht mehr in der Lage, die gesetzten Rahmen einzuhalten. Erst eine deutliche Reduzierung der Verbrennungstemperaturen durch neuerliches Zuführen der Abgase zur Verbrennung macht eine sauerstoffärmere und damit NOx-reduzierte Verbrennung möglich. Bestandteile der Abgasrückführung sind AGR-Ventil, AGR-Kühler und Turbolader sowie in der Peripherie die Lambdasonde im Katalysator und die Regenerationsphasen-Steuerung im Dieselpartikelfilter. Abgasrückführung ist im Rahmen der Schadstoffklasse 5 keine technische Ausführung, sondern ein Wirkprinzip zur Emissionsreduktion. zum Einsatz kommt und hat unserem Mandanten Anspruch auf Ersatz des sog. Differenzschadens in Höhe von zehn Prozent des Kaufpreises zugesprochen“, erklärt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, der zum wiederholten Mal Schadenersatzansprüche bei einem VW T5 durchgesetzt hat.
Unzulässige Abschalteinrichtung in Form eines Thermofensters
Durch das Thermofenster erfolgt die Abgasrückführung (AGR) nur in einem definierten Temperaturrahmen vollständig. Bei höheren und niedrigeren Temperaturen wird die AGR-Rate reduziert, was zu einem Emissionsanstieg führt.
Das OLG Stuttgart führte aus, dass eine unzulässige Abschalteinrichtung vorliegt, wenn dadurch die Wirkung des Emissionskontrollsystems bei normalen Fahrbedingungen, die im Gebiet der EU vernünftigerweise zu erwarten sind, verringert wird. Das sei bei dem vorliegenden Thermofenster der Fall.
Unzutreffende Übereinstimmungsbescheinigung
Trotz der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung habe VW eine Übereinstimmungsbescheinigung für das Fahrzeug ausgestellt und damit unzutreffend bestätigt, dass es den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Dadurch sei der Kläger zumindest fahrlässig geschädigt worden. Es könne davon ausgegangen werden, dass er den VW T5 zumindest nicht zu diesem Preis gekauft hätte, wenn er von der unzulässigen Abschalteinrichtung gewusst hätte. Er habe damit Anspruch auf Ersatz des sog. Differenzschadens, so das OLG Stuttgart.
Schadenersatz schon bei Fahrlässigkeit des Autoherstellers
„Der BGH hat bereits 2023 entschieden, dass im Abgasskandal schon bei Fahrlässigkeit des Autoherstellers Schadenersatzansprüche bestehen. Anders als bei einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung wird der Kaufvertrag bei Fahrlässigkeit nicht rückabgewickelt, sondern der Käufer hat Anspruch auf Ersatz des Differenzschadens in Höhe von 5 bis 15 Prozent des Kaufpreises und muss das Fahrzeug nicht zurückgeben“, so Rechtsanwalt Gisevius.
Das OLG Stuttgart bezifferte die Höhe des Schadenersatzes mit zehn Prozent des Kaufpreises. Eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen rund 100.000 Kilometer wird nicht abgezogen.
„Weiter machte das Gericht deutlich, dass auch die Installation eines von VW angebotenen Software-Updates nichts an dem Schadenersatzanspruch ändere“, so Rechtsanwalt Gisevius.
Fazit: Gute Chancen auf Schadenersatz bei VW T5
Die Entscheidung des OLG Stuttgart zeigt, dass beim VW T5 wegen der Verwendung eines Thermofensters bei der Abgasrückführung gute Chancen auf Schadenersatz bestehen. „Das ist insbesondere auch für Halter eines VW T5 interessant, die unter dem Code 23M4 einen Rückruf für ihr Fahrzeug erhalten haben, damit ein Software-Update aufgespielt werden kann, um die Stickoxid-Emissionen zu senken“, so Rechtsanwalt Gisevius.
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Ob der sogenannte Nutzungsersatz in Ihrem persönlichen Fall zur Berechnung des Differenzschadens herangezogen wird, hängt vom Verlauf des Verfahrens und damit auch vom Verhandlungsgeschick Ihres Anwaltes ab.
Den Differenzschaden kann man nur gegenüber dem Hersteller in Anspruch nehmen, wenn der Anspruch noch nicht verfristet ist. Das Auto darf also nicht länger als 10 Jahre in Ihrem Besitz sein
Nein, sicher ist das nicht, denn jeder Richterspruch ist eine individuelle Entscheidung, daher sollte man bei der Wahl des Anwaltes auch auf Expertise und Erfahrung setzen.
Bitte beachten Sie, dass ein Differenzschaden unter Umständen von einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer abhängt. Ein Motor, der bereits 300.000 Kilometer gefahren ist, hat seine Pflicht eigentlich getan. In solchen Fällen stehen die Chancen auf Schadenersatz eher schlecht.
FAQ zum Thema Motorschaden
Ein Motorschaden ist ein vergangenes, aktuelles und zukünftiges Schadensereignis, das einen Verbrennermotor oder die Antriebseinheit eines E-Autos außer Betrieb setzt oder die Nutzung zumindest teilweise erheblich behindert. Dabei unterscheiden wir zwischen Motorschäden innerhalb und außerhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung eines Autos und konzentrieren uns auf Schäden, die zwischen 0 und 160.000 Kilometern eintreten.
Autos müssen wenigstens 160-.000 km Laufleistung erreichen. Dieser wert ist ergebnis eines Prozesses und als Grenzwert in ie juristische Bewertung relevant geworden. Über 160.000 km steigt die Gefahr eines wirtschaftlichen Totalschadens, da eine Reparatur nicht lohnt. Der Motorschaden wird dann nicht mehr voll umfänglich für die Schadensberechnung herangezogen, da auch weitere Bauteile aufgrund der vorherigen Nutzung nicht mehr lange halten sollten.
Wir sind Journalisten (Recherche), Rechtsanwälte (Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen) und Gutachter (Beweissicherung, Feststellung von Schadensursachen). Sie sprechen uns an und wir klären, ob jemand für den eingetretenen Schaden verantwortlich gemacht werden kann.


