Kapitaler Motorschaden

Schadensersatz im Porsche-Dieselskandal: Fokus Differenzschaden

Besitzer eines Porsche Cayenne Diesel (insbesondere der Modelle mit 3.0l V6 und 4.2l V8 Motoren) stehen heute oft vor dem Problem, dass klassische Schadensersatzansprüche wegen „vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung“ (§ 826 BGB) häufig bereits verjährt sind. Die Rechtsprechung hat jedoch mit dem Differenzschaden eine neue, attraktive Grundlage geschaffen, die auch heute noch erfolgreich durchgesetzt werden kann. Allerdings fahren sich die meisten Porsche-Besitzer aktuell ihre Schadenersatzansprüche selbst kaputt, denn abhängig von Alter und Kilometerleistung drohen Ansprüche abzunehmen. Der Anspruch bleibt zwar bestehen, aber die verhandelnden Richter legen sich zwischen 5 und 15 % auf eine abschließende Erstattungsquote fest und orientieren sich dabei zwangsläufig an der tatsächlichen Nutzung.

Warum der Differenzschaden die beste Option ist

Während der „große Schadensersatz“ den Nachweis eines arglistigen Betrugs durch die Porsche-Führungsebene erforderte und oft an strengen Verjährungsfristen scheitert, ist die Hürde beim Differenzschaden deutlich niedriger:

  • Fahrlässigkeit reicht aus: Es genügt der Nachweis, dass Porsche eine unzulässige Abschalteinrichtung (z. B. ein Thermofenster oder eine Strategie zur Getriebesteuerung) verbaut hat. Ein Vorsatznachweis ist nicht mehr nötig.
  • Vorteilhafte Verjährung: Da die Rechtsfigur des Differenzschadens in dieser Form erst durch Urteile des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) und des Bundesgerichtshofs (BGH) im Jahr 2023 gefestigt wurde, argumentieren viele Experten, dass die Verjährungsfristen für diese spezifische Anspruchsgrundlage in vielen Fällen noch offen sind. Allerdings drohen auch hier Verjährungen

Die finanzielle Entschädigung (5 % bis 15 %)

Das Ziel der Klage auf Differenzschaden ist nicht die Rückgabe des Fahrzeugs, sondern ein finanzieller Ausgleich für den erlittenen Wertverlust beim Kauf.

  • Berechnung: Das Gericht schätzt den Minderwert, den das Fahrzeug zum Zeitpunkt des Kaufs aufgrund der illegalen Technik hatte. Der BGH gibt hierfür einen Rahmen von 5 % bis 15 % des Bruttokaufpreises vor.
  • Beispiel: Bei einem Cayenne für 80.000 € entspricht dies einer Entschädigung zwischen 4.000 € und 12.000 €.

Porsche behalten und flexibel bleiben

Ein entscheidender Vorteil dieser Regulierung ist die Flexibilität:

  • Sie behalten Ihren Porsche Cayenne weiterhin im Besitz.
  • Die Entschädigung wird zusätzlich ausgezahlt.
  • Selbst wenn Sie das Fahrzeug bereits weiterverkauft haben, können Sie den Differenzschaden für den Zeitraum Ihres Besitzes geltend machen.

Relevanz für alle Porsche-Modelle mit Dieselmotor

Betroffen sind vor allem Fahrzeuge der Abgasnormen Euro 5 und Euro 6, die über Software-Funktionen verfügen, welche die Abgasreinigung auf dem Prüfstand optimieren, im realen Straßenverkehr jedoch reduzieren. Da Porsche die Motoren von der Konzerntochter Audi bezog, greift hier die Haftung für die Verwendung dieser unzulässigen Techniken unmittelbar. Betroffen sind nicht nur Cayenne, sondern auch Macan und Panamera

Fazit

Der Differenzschaden ist das „neue scharfe Schwert“ im Abgasskandal. Er umgeht die hohen Hürden des Betrugsnachweises und bietet eine realistische Chance auf Entschädigung, auch wenn man den Cayenne bereits seit vielen Jahren fährt.


Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, die zum Zeitpunkt des Autokaufs bereits bestand? Dies würde das Kostenrisiko für eine Prüfung durch einen spezialisierten Anwalt gegen Null senken.

Unser Gutachter für Motorschäden

Dr. Dipl. Ing. Frank Will, MBA, ist CEO von Ino8 Pty Ltd und verfügt über 35 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie sowie in der Motorenentwicklung und -erprobung, darunter 18 Jahre bei der Ford Motor Company und 5 Jahre an der Deakin University, bevor er Ino8 gründete.

In den USA, Europa, Japan, China und Indien hält er über 20 erteilte Patente. Eine seiner Erfindungen ist ein Wärmemanagementsystem, das den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen von Fahrzeugen um über 8 % reduziert. Teile des Systems wurden schon von 10 Automobilherstellern implementiert.

Er wurde in verschiedenen Ländern mit 15 Preisen geehrt, ist Fellow der Society of Automotive Engineers Australasia (SAE-A) und wurde von mehreren Gerichten als Sachverständiger bestellt, wie bspw. zu einem Verfahren, in dem es um den Kraftstoffverbrauch eines modernen Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeugs (PHEV).

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