Fehler bei der Airbag-Auslösung - Erhöhtes Verletzungsrisiko beim Porsche 911
Mindestens 4 Fälle – 911er Airbags lösten falsch aus
In mindestens vier Fällen kam es bei schweren Verkehrsunfällen mit dem Porsche 911 der Baujahre 2021 bis 2024 zu zusätzlichen Verletzungen durch das fehlerhafte Auslösen von Airbags.
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Udo Schmallenberg
Journalist
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Airbag-Auslöselogik fehlerhaft programmiert
Porsches Flaggschiff, der 911, hatte über mehrere Jahre ein eklatentes Sicherheitsproblem. Die 911er Baujahre 2021 bis 2024 wurden auf Kundenwunsch mit sogenannten Vollschalensitzen ausgestattet, die unter Umständen im Ernstfall durch eine fehlerhafte Kalibrierung der der Airbag-Auslöselogik für erhebliche Gesucndheitsrisiken bei schweren Unfällen verantwortlich sind. Dem System wird nachgesagt, nicht der Unfallsituation entsprechend auszulösen und damit schwere Verletzungen herzurufen, die nicht direkte Folge des Unfalls, sondern eher der unnötigen Airbagauslösung sind.
Konkret kann, bzw. konnte es bei einem Unfall zu einer unnötigen Auslösung der in den Sitzen integrierten Airbags kommen.
Porsche soll im Oktober 2021 erstmals auf das Problem aufmerksam gemacht worden sein. Während eines Unfalls auf der Rennstrecke verletzte sich der Fahrer infolge der Auslösung eines Sitzairbags schwer an der Milz. Ein weiterer vergleichbarer tragischer Moment soll sich im Juni 2023 ereignet haben.
Continental übernahm Ende 2023 die Umprogrammierung
Im Juni 2023 wurde Porsche über eine weitere Verletzung durch diese Airbags informiert. Im Verlauf des Jahres erhöhte sich die Unfallzahl mit vergleichbaren Folgen auf vier.
Porsche Cars North America beschloss nach behördlichen Untersuchungen freiwillig 2.923 Fahrzeuge zurückzurufen, darunter Carrera T, Carrera GTS und Carrera 4 GTS. Hinzu kommen die Modelle Turbo, Turbo S, GT3, GT3 Touring, GT3 RS und die Dakar-Sonderedition.
Porsche selbst kann die Schadenersatz und Schmwerzensgeldproblematik unter Umständen auf die Continental Automotive Technologies abwälzen, den der Zulieferer entwickelte und baute das Airbag-Steuergerät. Das Regensburger Unternehmen bot ab Herbst 2023 allen betroffenen Fahrzeugbesitzern eine Umprogrammierung des Systems an.
Rückruf APB3 – KBA macht es verpflichtend
Weitere Rückrufe für den 911er Porsche
- Die Front- und Heckscheiben beim Porsche 911 wurden nicht nach Spezifikation gefertigt. Im Falle eines Unfalls mit Airbagauslösung könnte eine gelöste Frontscheibe ein zusätzliches Verletzungsrisiko darstellen. Porsche-interne Kennung: ARA3″, das KBA überwacht insgesamt 4.571 Fahrzeuge.
- Beifahrerairbag: Eine fehlerhafte Verklebung des Lederbezugs der Schalttafel kann den Beifahrerairbag bei dessen Entfaltung beeinträchtigen. 127 Fahrzeuge sind in Deutschland betroffen. Hersteller-Code der Rückrufaktion ist ANB7, die KBA-Referenznummer lautet 012361.
- Probleme mit Seitenairbags und Gurtstraffern sorgen für Rückrufe von 3900 Porsche-Modellen der Baujahre 2026 bis 2019. Porsche-Code ASA0
- Gurtanschlag: Nicht korrekt befestigter Gurtendbeschlag kann im Falle eines Unfalls zum Lösen der Verbindung und zu einer eingeschränkten Schutzwirkung bei 911er der Jahre 21 und 22 ühren (ANB6), KBA-Referenznummer 12269.
- Drohender Radverlust: 3500 Panamera GTS, Panamera Turbo, Panamera Turbo S, 911 GTS, 911 4 GTS, 911 Turbo, 911 Turbo S, 911 Sport Classic, 911 GT3, 911 GT3RS, GT4 RS, Spyder RS droht ein Verlust des Rades. 22 Vorfälle, darunter 9 Unfälle ließen das KBA eingreifen. Referenznummer 14462R, Herstellercode ARC4.
- Probleme am Bremskraftverstärker, Herstellercode AMB9, hier nur 7 Autos deutschlandweit betroffen.
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Schadenersatz und Schmerzensgeld
Bei Unfallfolgen dieser Art geht es um Schadenersatz und Schmerzensgeld im Rahmen der Produkthaftung der Hersteller. Wir empfehlen die Stuttgarter Automotive-Kanzlei für Streitfälle dieser Art.
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Unser Gutachter für Motorschäden

Dr. Dipl. Ing. Frank Will, MBA, ist CEO von Ino8 Pty Ltd und verfügt über 35 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie sowie in der Motorenentwicklung und -erprobung, darunter 18 Jahre bei der Ford Motor Company und 5 Jahre an der Deakin University, bevor er Ino8 gründete.
In den USA, Europa, Japan, China und Indien hält er über 20 erteilte Patente. Eine seiner Erfindungen ist ein Wärmemanagementsystem, das den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen von Fahrzeugen um über 8 % reduziert. Teile des Systems wurden schon von 10 Automobilherstellern implementiert.
Er wurde in verschiedenen Ländern mit 15 Preisen geehrt, ist Fellow der Society of Automotive Engineers Australasia (SAE-A) und wurde von mehreren Gerichten als Sachverständiger bestellt, wie bspw. zu einem Verfahren, in dem es um den Kraftstoffverbrauch eines modernen Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeugs (PHEV).



