Rückruf 23M4 - T5 droht die Stilllegung
Besitzer von T5 Bussen sind verunsichert
Die aktuellen Schreiben des Kraftfahrtbundesamtes sind eindeutig: Ohne Software-Update deoht die Zwangsstilllegung.
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Udo Schmallenberg
Journalist
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Rückruf 23M4 – Jetzt wird es ernst
VW T5 Rückruf 23M4 – Droht die Zwangsstilllegung?
Halter eines VW T5 erhalten derzeit vermehrt Post vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Inhalt ist die erneute Aufforderung dem Rückruf unter dem Code 23M4 zu folgen und ein Software-Update aufspielen zu lassen. In dem Schreiben heißt es weiter, dass die Stilllegung des Fahrzeugs droht, wenn die Maßnahme nicht durchgeführt wird.
Zahlreiche VW T5-Fahrer sind wegen des Rückrufs verunsichert und wenden sich an BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Sie befürchten, dass es durch das Software-Update zu Beeinträchtigungen der Motorleistung kommt, und wollen es daher nicht aufspielen lassen. Andererseits befürchten sie aber auch, dass ihr T5 tatsächlich stillgelegt wird, wenn sie das Update nicht installieren lassen.
Verpflichtender Rückruf
„Da es sich um einen verpflichtenden Rückruf des KBA handelt, müssen die Fahrzeughalter dem Rückruf nachkommen. Ansonsten kann das Fahrzeug durch die Zulassungsbehörde tatsächlich stillgelegt werden. Allerdings haben die betroffenen T5-Halter rechtliche Möglichkeiten “, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius.
Der Rückruf unter dem Code 23M4 für weltweit 932.000 VW Crafter und VW Transporter der Baujahre 2009 bis 2015 erfolgte bereits im September 2024. Grund für den Rückruf ist, dass das verbaute Thermofenster in den Fahrzeugen nicht den Vorgaben der Europäischen Union und nicht der Rechtsprechung des EuGH vom Juli 2022 entspricht. „Das bedeutet, dass die betroffenen Fahrzeuge mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung unterwegs sind, die entfernt werden muss“, erklärt Rechtsanwalt Gisevius. Allein in Deutschland sind nach Angaben des KBA ca. 295.000 Fahrzeuge betroffen.
Frist bis Ende Mai
Im Frühling 2025 hatte VW die Halter ein zweites Mal aufgefordert, die Fahrzeuge in die Werkstatt zu bringen, damit das Update installiert werden kann. Wer dem Rückruf bislang nicht nachgekommen ist, hat nun offenbar eine letzte Frist bis Ende Mai.
EuGH: Thermofenster als unzulässige Abschalteinrichtung
Der EuGH hat in seinen Urteilen vom 14. Juli 2022 deutlich gemacht, dass Thermofenster bei der Abgasreinigung als unzulässige Abschalteinrichtungen einzustufen sind, wenn sie unter zu erwartenden Betriebsbedingungen zu einer Verringerung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems führen. Dementsprechend sind Thermofenster, die dazu führen, dass die Abgasrückführungsrate schon bei Temperaturen unter 15 Grad reduziert wird, unzulässig.
Sorgen wegen Software-Update
Rechtsanwalt Gisevius geht davon aus, dass durch das Software-Update das Thermofenster neu bedatet wird, damit die AbgasrückführungSchadstoffklasse 5, SSK5 Die Schadstoffklasse 5 ist ein Regelwerk zur Reduzierung von Emissionen in Kraftfahrzeugen. Die Einhaltung der Werte insbesonder für NOx ist für die Erteilung von Zulassungsgenehmigungen für Fahrzeuge mit Erstzulassungen von 2009 bis 2015 verbindlich. Die SSK 5 ist eng mit der Einführung von AGR Systemen in Verbrenner und Dieselmotoren verknüpft, denn viele Fahrzeuge waren zuvor mit bis dahin aktueller Filtertechnik nicht mehr in der Lage, die gesetzten Rahmen einzuhalten. Erst eine deutliche Reduzierung der Verbrennungstemperaturen durch neuerliches Zuführen der Abgase zur Verbrennung macht eine sauerstoffärmere und damit NOx-reduzierte Verbrennung möglich. Bestandteile der Abgasrückführung sind AGR-Ventil, AGR-Kühler und Turbolader sowie in der Peripherie die Lambdasonde im Katalysator und die Regenerationsphasen-Steuerung im Dieselpartikelfilter. Abgasrückführung ist im Rahmen der Schadstoffklasse 5 keine technische Ausführung, sondern ein Wirkprinzip zur Emissionsreduktion. auch bei niedrigeren Temperaturen vollständig arbeitet. VW gibt in dem Schreiben zwar an, dass das Update keine negativen Folgen für den Motor habe. Die Sorgen der T5-Halter kann Rechtsanwalt Gisevius aber nachvollziehen, denn bislang hat VW behauptet, dass das Thermofenster aus Motorschutzgründen notwendig sei. Hinzu kommt, dass mögliche Auswirkungen des Updates auf den AGR-Kühler beachtet werden müssen. „Denn der sog. plötzliche Öltod fährt beim T5 leider mit“, so Rechtsanwalt Gisevius.
Fazit: Chancen auf Schadenersatz
Da nun bereits mit der Zwangsstilllegung der Fahrzeuge gedroht wird, sollten T5-Halter ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen lassen. Nachdem der BGH im Juni 2023 entschieden hat, dass im Abgasskandal schon bei Fahrlässigkeit des Autoherstellers Schadenersatzansprüche bestehen, sind die Chancen auf Schadenersatz mit dem weit verbreiteten Thermofenster gestiegen. „Bei Fahrlässigkeit wird der Kaufvertrag nicht rückabgewickelt. Stattdessen hat der Käufer Anspruch auf Ersatz des sog. Differenzschadens, der zwischen 5 und 15 Prozent des Kaufpreises betragen muss“, so Rechtsanwalt Gisevius.
BRÜLLMANN Rechtsanwälte berät von dem Rückruf betroffene Halter eines VW T5 gerne zu ihren rechtlichen Möglichkeiten.
Mehr Informationen: https://bruellmann.de/schadenersatz-nach-rueckruf-softwareupdate
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Den DifferenzschadenDifferenzschaden Der Differenzschaden bezeichnet juristisch den Wert eines Schadens vor und nach dem schädigenden Ereignis. In Bezug auf den Abgasskandal definiert der Differenzschaden den Anspruch, den Fahrzeugeigentümer durch Maßnahmen wie z.B. der Verwendung eines Thermischen Fensters zur temperaturabhängigen Abschaltung der Abgasrückführung an den Hersteller haben. Der Differenzschaden ist taggenau innerhalb einer Frist von 10 Jahren nach Erwerb des Fahrzeugs einklagbar und wirtschaftlich sinnvoll für Fahrzeuge, die das Ende der theoretisch möglichen Laufleistung noch nicht erreicht haben. setzt man am besten für Fahrzeuge durch, die nicht älter als 10 Jahre sind – allerdings kann sich die taggenau zu berechnende Frist auch auf das Kaufdatum eines Gebrauchtfahrtzeugs beziehen. Für sehr viele T5 ist damit der Differenzschaden noch durchsetzbar, vorausgesetzt, dass das Auto deutlich weniger als 250.000 Kilometer auf dem Tacho hat.
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FAQ zum Thema Motorschaden
Ein Motorschaden ist ein vergangenes, aktuelles und zukünftiges Schadensereignis, das einen Verbrennermotor oder die Antriebseinheit eines E-Autos außer Betrieb setzt oder die Nutzung zumindest teilweise erheblich behindert. Dabei unterscheiden wir zwischen Motorschäden innerhalb und außerhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung eines Autos und konzentrieren uns auf Schäden, die zwischen 0 und 160.000 Kilometern eintreten.
Autos müssen wenigstens 160-.000 km Laufleistung erreichen. Dieser wert ist ergebnis eines Prozesses und als Grenzwert in ie juristische Bewertung relevant geworden. Über 160.000 km steigt die Gefahr eines wirtschaftlichen Totalschadens, da eine Reparatur nicht lohnt. Der Motorschaden wird dann nicht mehr voll umfänglich für die Schadensberechnung herangezogen, da auch weitere Bauteile aufgrund der vorherigen Nutzung nicht mehr lange halten sollten.
Wir sind Journalisten (Recherche), Rechtsanwälte (Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen) und Gutachter (Beweissicherung, Feststellung von Schadensursachen). Sie sprechen uns an und wir klären, ob jemand für den eingetretenen Schaden verantwortlich gemacht werden kann.



