Öltod 2.0 - Folgen der AU zerstören T6 -Motor
Der Prüfstand wird zur Schlachtbank
Der Experte für Motorsoftware-Analyse Thomas Deeg ist sicher: Während der AU wird der Grundstein für einen späteren Motorschaden gelegt – nicht nur beim VW T6. Hintergrund: Durch zu niedrige Betriebstemperaturen beim Test gelangen Kohlenstoffpartikel in den Brennraum, setzen sich zwischen Kolben und Zylinder und sorgen so für den klassischen Öltod. Thomas Deeg kooperiert mit Sachverständigen deutschlandweit.
Darum geht es in diesem Artikel:
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Udo Schmallenberg
Journalist
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Bei AU gelangen Kohlenstoff-Partikel in den Motor
Öltod 2.0“ so könnte man das neue Schreckensszenario beschreiben, dass der deutsche Kfz-Diagnostiker Thomas Deeg, Analytik Diagnostik Germany, jetzt im Rahmen einer Beweissicherung für ein anstehendes Gerichtsverfahren gegen die Volkswagen AG dokumentiert hat. Untersucht worden war der kapitale Motorschaden eines VW T6. Dessen „Öltod“ scheint auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass das Auto im Vorfeld einer Abgassonderuntersuchung unterzogen worden war. Deeg: „Das ist nichts Ungewöhnliches, da muss jedes Auto nach 2 Jahren hin, beachtenswert ist allerdings, was bei der AU im Motor passiert!“
Der Prüfstand wird zur Schlachtbank
Deeg ist fest davon überzeugt, dass im Rahmen einer Abgasuntersuchung feinste bis feine Kohlenstoff-Partikel in den Bauteilen der AbgasrückführungSchadstoffklasse 5, SSK5 Die Schadstoffklasse 5 ist ein Regelwerk zur Reduzierung von Emissionen in Kraftfahrzeugen. Die Einhaltung der Werte insbesonder für NOx ist für die Erteilung von Zulassungsgenehmigungen für Fahrzeuge mit Erstzulassungen von 2009 bis 2015 verbindlich. Die SSK 5 ist eng mit der Einführung von AGR Systemen in Verbrenner und Dieselmotoren verknüpft, denn viele Fahrzeuge waren zuvor mit bis dahin aktueller Filtertechnik nicht mehr in der Lage, die gesetzten Rahmen einzuhalten. Erst eine deutliche Reduzierung der Verbrennungstemperaturen durch neuerliches Zuführen der Abgase zur Verbrennung macht eine sauerstoffärmere und damit NOx-reduzierte Verbrennung möglich. Bestandteile der Abgasrückführung sind AGR-Ventil, AGR-Kühler und Turbolader sowie in der Peripherie die Lambdasonde im Katalysator und die Regenerationsphasen-Steuerung im Dieselpartikelfilter. Abgasrückführung ist im Rahmen der Schadstoffklasse 5 keine technische Ausführung, sondern ein Wirkprinzip zur Emissionsreduktion. freigesetzt werden, diese dann in die Brennräume geraten und hier die sogenannten abrasiven Vorgänge auslösen, die letzten Endes zu einem dann schon nicht mehr zu vermeidenden Öltod führen.
Deeg: „Eine AU muss nicht zwangsläufig zum kapitalen Motorschaden führen – für eine solche These gibt es im Feld noch nicht genügend diagnostische Untersuchungen. Fakt ist aber, dass der Hersteller hätte verhindern müssen, dass solche Schadensereignisse auf dem Prüfstand stattfinden. Demnach dürfte die Verantwortlichkeit bei Volkswagen liegen und natürlich nicht bei den durchführenden Prüfinstituten!“
Kohlenstoffpartikel richten immensen Schaden an
Aber was genau passiert? Auf dem Prüfstand arbeitet die Abgasrückführung unter entschärften Bedingungen, in aller Regel ohne die z.B. bei normaler Fahrt oder unter Last entstehenden Temperaturen im Prozess.
Seit 2018 müssen sämtliche Fahrzeuge, also auch Diesel, die Abgasuntersuchung “am Endrohr” vollziehen lassen, um Manipulatuionen auf die Spur kommen zu können. Das bedeutet, dass auf dem Prüfstand mit hohen Drehzahlen bei geringer Bauteile-und Abgastemperatur gemessen wird. Das tut dem Motor nicht gut, denn dadurch werden Kohlenstoff-Partikel nicht verbrannt, sondern gelangen zwischen Kolben und Zylinder.. Kohlenstoff ist ein extrem harter Stoff und richtet sofort Schaden an. Nach wenigen tausend Kilometern beginnt der steigende Ölbedarf, für den Nutzer unvorhersehbar wird der Schaden kapital. So ist bei bisherigen Untersuchungen bemerkenswert das eine vorschnelle Alterung des Motoröls erkennbar ist, aber auch noch im fahrbereiten Zustand Partikel von weiteren beweglichen Teilen, z.B. Nockenwelle, des Aggregats im Schmierstoff nachgewiesen werden können.
Thomas Deeg empfiehlt, im Rahmen der Beweissicherung entsprechende softwareseitige Untersuchungen vornehmen zu lassen und steht vom Öltod betroffenen Fahrzeugbesitzern gern als Ansprechpartner zur Verfügung.
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Dr. Dipl. Ing. Frank Will, MBA, ist CEO von Ino8 Pty Ltd und verfügt über 35 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie sowie in der Motorenentwicklung und -erprobung, darunter 18 Jahre bei der Ford Motor Company und 5 Jahre an der Deakin University, bevor er Ino8 gründete.
In den USA, Europa, Japan, China und Indien hält er über 20 erteilte Patente. Eine seiner Erfindungen ist ein Wärmemanagementsystem, das den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen von Fahrzeugen um über 8 % reduziert. Teile des Systems wurden schon von 10 Automobilherstellern implementiert.
Er wurde in verschiedenen Ländern mit 15 Preisen geehrt, ist Fellow der Society of Automotive Engineers Australasia (SAE-A) und wurde von mehreren Gerichten als Sachverständiger bestellt, wie bspw. zu einem Verfahren, in dem es um den Kraftstoffverbrauch eines modernen Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeugs (PHEV).



