Kapitaler Motorschaden

MAN Rückrufe wegen Motorschaden und Brandgefahr

KBA-Rückruf für 900 MAN TGX - besser spät als ggar nicht

KBA verpflichtet MAN erstmals zum Pleuellager-Tausch

100.000 MAN der Baureihe TGX wurden zwischen 2015 und 2019 produziert. Mindestens 300 brannten auf deutschen Straßen aus, eine mindestens ebenso große Menge havarierte mit kapitalen Motorschäden. Nur insgesamt 900 werden nun in einem sicherheitsrelevanten Rückruf vom KBA zurückgerufen. Im Rahmen des kostenlosen Werkstattaufenthaltes soll nun stattfinden, was Experten schon lange fordern: Der Austausch der problematischen Pleuellager. Deren Mangelhaftigkeit sorgt dafür, dass Pleuel brechen und in 50 % aller Fälle Motoröl auf heiße Motorenteile trifft, was den Brand auslöst. In den anderen 50 % tritt das Pleuel auf der anderen Seite aus und sorgt “nur” für einen kapitalen Motorschaden.

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Udo Schmallenberg

Journalist

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MAN – Rückruf wegen Brandgefahr – Code 8982TR / 8984TR / 9007TR

 

motorschaden.de berichtet seit 3 Jahren über ein immer wiederkehrendes Szenario: Lkw der MAN-Baureihe TGX brennen auf deutschen Straßen. Auch wenn es nicht zu Personenschäden kommt, ist der Sachschaden in der Regel aber enorm. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat reagiert und Ende 2025 einen Rückruf für Modelle des MAN TGX bzw. TGS der Baujahre Oktober 2016 bis Dezember 2019 wegen Brandgefahr angeordnet.

Die Brandgefahr wird nach Angaben des KBA vornehmlich durch überaltertes oder verunreinigtes Motoröl ausgelöst. Dadurch kann es zum Motorausfall und schließlich zum Brand kommen. Um das zu verhindern, sollen in der Werkstatt die unteren Hauptlagerschalen ausgetauscht werden. Bislang hatte man Versucht, dem Problem durch eine Intensivierung der Ölwechaselintervalle beizukommen.

Rückruf auch schon 2024

Solche Rückrufe betrafen die Modelle D2676LF51-53 und D2676LF63-65 betroffen. Aktuell werden weltweit  8.000 LKW der Volkswagentochter MAN und deutschlandweit ca. 900 Fahrzeuge in die Werkstatt gerufen. Die Rückrufe werden unter den Codes 8982TR, 8984TR und 9007TR durchgeführt.

Schon im Oktober 2024 hatte es einen Rückruf für MAN-Lkw der Baujahre Oktober 2016 bis September 2019 unter dem Code 7979TW bzw. 8062TW gegeben. Betroffen waren hier nicht nur die Lkw-Modelle TGX und TGS, sondern auch die Bus-Modelle Cityliner, Tourliner, Skyliner und Lions Coach. Grund für den Rückruf war auch hier, dass es durch überaltertes oder verunreinigtes Motoröl zum Motorausfall und ggf. zum Brand kommen kann. Maßnahmen waren hier, die beschädigten Teile auszutauschen und die Ölwechselintervalle zu verkürzen. Von diesem Rückruf waren weltweit rund 37.500 Fahrzeuge betroffen, davon knapp 13.700 in Deutschland.

Sicherheit gewährleisten

Dennoch gingen weiterhin Lkw in Flammen auf. Der NDR hatte bereits im September 2025 über brennende Lkw berichtet. Demnach hat das KBA geprüft, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind, um die Sicherheit der Fahrer und anderer Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Im Dezember 2025 veröffentlichte die Behörde die weiteren Rückrufe. MAN selbst schiebt die Verantwortung für die Brände immer wieder auf die von den Fahrern und Unternehmern zu verantwortende Ölquailität. Der aktuelle Rückruf zeigt aber mehr als deutlich, dass das Problem durch Ölwechsel allein wohl nicht von der Straße zu bekommen ist.

„Brennende Lkw sind nicht nur für Fahrer und Beifahrer ein hohes Risiko, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer und natürlich die Einsatzkräfte. Speditionen und Unternehmen können zudem einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden erleiden. Sie können aber auch ihre rechtlichen Möglichkeiten und insbesondere die Geltendmachung von Schadenersatzansprüche prüfen lassen“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Fraglich ist auch, ob Speditionen, die den jetzt angeordneten Austausch auf eigene Kosten bereits durchgeführt haben, nun Schadenersatz fordern können

Fazit: Schadenersatzansprüche möglich

Grundsätzlich besteht der Anspruch auf ein mangelfreies Fahrzeug. Kann der Mangel nicht nachhaltig beseitigt werden, entstehen den Käufern verschiedene rechtliche Ansprüche. Darüber hinaus dürfte ein Lkw, bei dem die Brandgefahr nicht beseitigt werden kann, über kurz oder lang seine Zulassung verlieren.

Hohe wirtschaftliche Schäden

Das Führen von MAN TGX in der Flotte stellt für viele Speditionen mittlerweile ein hohes wirtschaftliches Risiko dar, neben drohenden Schäden an Leib und Leben für Mitarbeiter und Unfallbeteiligte wie Rettungskräfte, weitere Verkehrsteilnehmer oder Anlieger.

Motoren, die in der Hoffnung auf über eine Million mögliche Kilometer gekauft wurden, steigen viel zu früh aus, denn der durch verunreinigtes Öl entstandene Schaden ist auch ohne akuten Motorausfall nicht mehr aufzuhalten, weil www.oeltod-anwalt.de-Experte Frederick Gisevius.

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    Dr. Dipl. Ing. Frank Will, MBA, ist CEO von Ino8 Pty Ltd und verfügt über 35 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie sowie in der Motorenentwicklung und -erprobung, darunter 18 Jahre bei der Ford Motor Company und 5 Jahre an der Deakin University, bevor er Ino8 gründete.

    In den USA, Europa, Japan, China und Indien hält er über 20 erteilte Patente. Eine seiner Erfindungen ist ein Wärmemanagementsystem, das den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen von Fahrzeugen um über 8 % reduziert. Teile des Systems wurden schon von 10 Automobilherstellern implementiert.

    Er wurde in verschiedenen Ländern mit 15 Preisen geehrt, ist Fellow der Society of Automotive Engineers Australasia (SAE-A) und wurde von mehreren Gerichten als Sachverständiger bestellt, wie bspw. zu einem Verfahren, in dem es um den Kraftstoffverbrauch eines modernen Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeugs (PHEV).

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